Ich glaube an die Vielfalt!

Rein Wolfs über die Zukunft der Bundeskunsthalle

Vor einigen Wochen habe ich die Verlängerung meines Vertrages als Intendant der Bundeskunsthalle unterschrieben und ich habe dies aus tiefer Überzeugung getan. Warum ich glaube, dass unser Haus auf einem guten Weg ist, möchte ich Ihnen gerne erklären.

Bundeskunsthalle ist der prägnante Kurzname für die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland. Dieser Name mag lang und umständlich klingen, aber daraus geht klar hervor, dass wir etwas ganz anderes sind als ein traditionelles Kunstmuseum. Ausstellungen zu den vielfältigsten Themen und in den unterschiedlichsten Gattungen funktionieren in unserer einzigartigen Institution vollkommen gleichberechtigt nebeneinander.

Seit meinem Amtsantritt war mir stets wichtig, dass wir sowohl das Bewährte als auch das Neue gleichermaßen präsentieren. Historisches, Kulturhistorisches und Wissenschaftliches sind für uns ebenso von Bedeutung wie Zeitgenössisches, Gestalterisches und Performatives. Dabei muss klar sein, dass nicht jeden immer alles gleichermaßen anspricht; dass wir durchaus damit zurechtkommen müssen, wenn die eine Ausstellung wesentlich besser „gefällt“ als eine andere. Juergen Teller-Fans sind nicht immer mit Fürst Pückler-Interessierten deckungsgleich. Gleichwohl aber bewegt Teller sich genauso in (neu-)fürstlichen Kreisen wie der historische Fürst dies tat, und beide können als Chronisten ihrer jeweiligen Zeit gedeutet werden.

Ein derart breites und vielfältiges Programm ermöglicht uns auch ein besonders inklusives Arbeiten. Die Bundeskunsthalle macht sich schon seit vielen Jahren für die Inklusion stark und versucht, möglichst allen Besucherinnen und Besuchern die kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Ganz aktuell stellt uns auch die Integration von Geflüchteten vor eine große, aber spannende Herausforderung, die wir sehr ernst nehmen. So suchen wir stets nach Möglichkeiten, die Besucherinnen und Besucher partizipativ mit einzubinden, was uns zur Pina-Bausch-Ausstellung sehr wohl gelungen ist.

Inklusiv, integrativ, partizipativ und diskursiv möchten wir sein – fortlaufend schaffen wir die Voraussetzungen dafür. All dies sind gute Gründe, an eine ebenso gute Zukunft für die Bundeskunsthalle zu glauben! Ich wünsche mir, dass auch Sie immer wieder Anknüpfungspunkte finden werden. Bleiben Sie uns in diesem Sinne gewogen!

Alles Gute.
Rein Wolfs

Juergen Teller und Rein Wolfs, 2016 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

 

  1. Rein Wolfs bei der Eröffnung von „Parkomanie. Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler“, Foto: Ralf Klodt, 2016 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

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