Barfuss durch Hiroshima

Erstmalig in Deutschland!

Keiji Nakazawa verarbeitet in seinem Manga „Barfuß durch Hiroshima“ auf über 2500 Seiten in zehn Bänden die Atombombenkatastrophe von 1945 mit zahlreichen autobiografischen Elementen. Seine Zeichnungen werden im Hiroshima Peace Memorial Museum aufbewahrt. 1982 erschien der erste Band in einer deutschen Ausgabe – der erste Manga auf Deutsch! Bisher wurden vier Bände übersetzt. Diese Abbildung stammt aus dem fünften Band und war bisher in Deutschland noch nie zu sehen.

Mit rund 300 Exponaten aus Amerika, Europa und natürlich Japan ist Comics! Mangas! Graphic Novels! die bisher umfangreichste Ausstellung zur Geschichte dieser Gattung in Deutschland und wird bereits am 7. Mai in der Bundeskunsthalle eröffnet. Gesonderte Bereiche der Ausstellung sind Europa und Japan gewidmet, wo sich der Comic durch den Zweiten Weltkrieg erst spät verbreitete und ganz eigene Traditionen ausprägte.

Trotz der Bildergeschichten von Künstlern wie Rodolphe Toepffer, Gustave Doré oder Wilhelm Busch, die auf Sprechblasen noch verzichteten, entwickelte sich der Comic als erstes Bild-Massenmedium zum Ausklang des 19. Jahrhunderts in New York. Mit dem Aufkommen der „comic books“, d.h. der Comic-Hefte, und der Superhelden in der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre wurde der Comic zur ersten medialen Jugendkultur, lange vor Bill Haley und dem Rock ’n’ Roll. Aber erst mit Künstlern wie Robert Crumb oder Will Eisner und Figuren wie Asterix oder Barbarella gewann die Gattung in den 1960er-Jahren auch zunehmend wieder ältere Leser. Im Zuge des kulturellen Wandels um 1968 avancierte der Comic zur „neunten Kunst“, und mit dem Phänomen der „Graphic Novel“ erleben wir heute die Entdeckung auch seines literarischen Potenzials. Zugleich hat sich der Manga als globales Phänomen etabliert.

COMICS! MANGAS! GRAPHIC NOVELS!
7. Mai bis 10. September 2017