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Jerusalem

Stadt aus Stein und Himmel

Ende 2016 wurde in der Bundeskunsthalle die Diskussionsreihe „Jerusalemer Gespräche Bonn“ initiiert, die mit ihren aktuellen gesellschafts- und kulturpolitischen Themen auf die für Ende 2020 geplante Ausstellung „Jerusalem: Sehnsucht nach der Heiligen Stadt“ hinführen sollte. Diese Ausstellung, ein Stadtportrait Jerusalems, das die facettenreiche und spannende Rezeption Jerusalems in Europa in den Mittelpunkt stellte, konnte leider nicht realisiert werden. Als kleiner Ersatz ist nun ein digitales Angebot in Form eines dokumentarischen Films entstanden, der viele Stimmen zu dieser anhaltend faszinierenden Stadt einfängt.

Jerusalem, Al Quds, Yerushalayim, die Große unter den Völkern, Nabel des Landes, die Stadt Gottes – Bezeichnungen für die Heilige Stadt im Nahen Osten gibt es unzählige. Ebenso viele Sehnsüchte, Begierden, Wünsche und Versprechen verbinden die Menschen seit Jahrtausenden mit ihr.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit

Im heutigen Jerusalem ist jeder Stein Geschichte, behaftet mit Symbolen und Mythen. Sie ist multireligiös, multikulturell und das spirituelle Zentrum für jährlich Hunderttausende Pilger aus aller Welt. Obwohl sie keine Metropole im herkömmlichen Sinne war, galt die Stadt einst als Nabel der Welt. Auch heute steht Jerusalem immer wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit als Brennpunkt im Nahost-Konflikt: Wohl in keiner anderen Stadt der Welt spielen der Glaube und seine Politisierung eine so große Rolle.

„Eine Spiritualität, die Dich einsaugt“

Fluch und Segen zugleich

So zeigt „Stadt aus Stein und Himmel“ eine Geschichte in Bildern, die uns hilft, Jerusalem in seiner Schönheit und in seiner Besonderheit zu verstehen. Es äußern sich Menschen, die ihren eigenen, persönlichen Blick auf Jerusalem werfen: So spricht die Schauspielerin Iris Berben über „die Spiritualität, die Dich einsaugt“ und die „einen zum Nachdenken über die Herkunft und das eigene Leben zwingt“, Osnat Kollek, die Tochter des Jerusalemer Bürgermeister Teddy Kollek, bezeichnet Jerusalem als „ihre ältere Schwester“, doch schildert der Stadtplaner Omar Yusef auch das, was Touristen oft übersehen, dass „Jerusalem zum Fluch und Segen zugleich geworden ist“.

Im Film von Ina Fuchs kommen weitere Protagonist*innen wie Naomi Chazan oder Eliaz Cohen zu Wort, die auch Gäste der Diskussionsreihe waren. Somit ist diese filmische Hommage ein schöner Epilog, der, an die Ausstellung erinnernd, auch die Diskussionsreihe abschließt. 

  1. Jerusalem – Filmstill

3 Kommentare zu "Jerusalem"

  1. Vielen herzlichen Dank für diese Begegnungen in dieser außergewöhnlichen, berührenden Stadt ; die ich im September 2019 zum ersten Mal besucht habe.
    Atemberaubend bin ich durch diese Gassen gewandelt.
    Ich lese seit meinem Besuch Bücher über diese Stadt um die Problematik besser zu verstehen.
    Ich hatte mich so auf diese Ausstellung gefreut.
    Schalom
    Angela Schönenberger

  2. Ein Sehnsuchtsort, seit langem. Diese Stadt muss faszinierend sein in einem ganz neuen, anderen Sinn.
    Wann endlich kann man wieder reisen?
    Dann wird es Jerusalem sein!
    Danke für diesen vielschichtigen Filmbeitrag!
    Sehr sehenswert und einwenig aufschlussreich.
    Danke.
    Ulrike Wirz

  3. Ich wünsche mir, bald auch in Bonn einmal die Ausstellung anzuschauen.
    Offen sein, für alles Positive. Lernen die Unterscheidungskraft immer wieder für sich zu überprüfen und das Verbindende sehen
    in Allem und Allen. Was wäre die Welt reicher.
    Deutschland ist keine Insel. Die Welt ist keine Insel. Die Gedanken sind frei und Menschen erleben es immer wieder in der Meditation.
    Erkennen wir das Verbindende.,………..

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