ÄTNA, Foto © Josefine Schulz; Die Musiker stehen Schulter an Schulter vor orangenen Vorhängen

Keine Schublade für ÄTNA!

Ein Gespräch über die Vielfalt der Künste

ÄTNA sind Sängerin Inéz und Drummer Demian – und wenn man sich ihrer Musik hingibt, mag man kaum glauben, dass dieser gewaltige und ungewöhnliche Sound von nur zwei Musikern erschaffen wird. Sie generieren eine druckvolle, perkussiv-treibende und düster verdrehte Variante von Pop, die keine Angst vor Artfremdem hat. Auf ihren Konzerten bestimmen Präsenz, Intensität und Kontraste das hypnotische Zusammenspiel – so auch bei einem weiteren Konzertabend der Reihe live arts am Mittwoch, dem 29. Mai 2019, in der Bundeskunsthalle! Wir haben ÄTNA im Vorfeld gesprochen

Bei euch treffen unterschiedliche musikalische Stile aufeinander. Mögt ihr euren Sound einmal für uns beschreiben?

Inéz: Unser Sound lässt sich vielleicht am besten anhand unserer Hörerfahrungen beschreiben. Ich bin neben 90er Jahre Musik mit Andrea Boccelli, Enya, afrikanischer und indischer Musik aufgewachsen. Im Musikunterricht in der Schule habe ich Minimal Music lieben gelernt. In meiner Jugend prägten mich Punk und Hiphop. Ab dem Alter von 13 Jahren habe ich viel mit Jazzmusikern rumgehangen und seitdem spielt die Philosophie des Jazz eine große Rolle in meiner Welt. Mit 20 entschloss ich mich schließlich, Jazzgesang zu studieren.

Demian: Ich bin in meiner Jugend zunächst vom Techno über den Punk zum Ska gekommen. Ein Auslandsaufenthalt in den USA brachte mir den traditionellen amerikanischen Jazz mit Big Bands und Bebop näher und ließ den Entschluss reifen, nach dem Abitur Schlagzeug zu studieren und tiefer in die Materie von Improvisation einzutauchen.

Ihr habt beide an der Musikhochschule in Dresden studiert. Wie ist ÄTNA daraus entstanden?

Demian: Wir hatten ein gemeinsames Jazz-Quintett mit einem Gitarristen, einem Bassisten und einem Pianisten, die bis auf uns beide in ganz Deutschland und Holland verstreut wohnten. Logistisch ein bisschen schwierig und auch musikalisch eher in traditionellen Gefilden unterwegs.
Wir haben parallel öfter zu zweit geprobt und Songs geschrieben, die stilistisch mehr und mehr in die elektronische und subkulturelle Richtung gingen.

Inéz: Ich habe dann irgendwann auf der Bühne nicht mehr nur noch gesungen sondern gleichzeitig auch Bass und Synthesizer gespielt und Demian neben dem Schlagzeug auch noch Elektronik und Sampler.

Wenn man die Ästhetik eurer Musikvideos (vor allem Sister und Brother) anschaut und nicht zuletzt euren Kleidungsstil, stellt sich für mich die Frage, wie wichtig euch andere Kunstformen sind?

Demian: Sehr wichtig. Wir lassen uns von den unterschiedlichsten Künsten inspirieren: Architektur, Tanz, Mode und Malerei.

Inéz: Ästhetik ist für uns genauso wie die Musik, ein Ausdrucksmittel.

Ihr spielt zum ersten Mal in der Bundeskunsthalle. Was erwartet ihr, und was kann das Publikum von euch erwarten?

Inéz: Die Bundeskunsthalle steht für Kunst in konzentrierter Atmosphäre. Hier kann man sich voll und ganz auf die Details des Subjekts einlassen – das ist großartig!

Demian: Ich habe in meiner Jugend zahlreiche Konzerte und Ausstellungen in der Bundeskunsthalle besucht. Da konnte man immer schon Dinge sehen und hören, die außergewöhnlich, überraschend und häufig sehr prägend waren. Wir freuen uns, dass unsere Musik sich in diese Geschichte einreihen darf.

live arts präsentiert
ÄTNA
Mittwoch, 29. Mai 2019, 20 Uhr
in der Bundeskunsthalle